Acetat als Ersatz für Seide

Die Geschichte der Kunstseide

Den Gedanken einen Ersatzstoff für Seide zu finden, der ihr ähnlich ist, verfolgt die Menschheit schon sehr lange. Bereits im 17. Jahrhundert gab es die ersten theoretischen Überlegungen dazu, diesen Stoff zu ersetzen. Mitte des 17. Jahrhunderts versuchte der Engländer Dr. Robert Hook die Struktur der Seide unter dem Mikroskop zu erforschen.

Ende des 19. Jahrhunderts erforschte der deutsche Chemiker Schützenberger, dass sich Zellulose acetylieren lässt. Damit waren die Voraussetzungen zur Herstellung von Kunstseide aus Acetat geschaffen. 1927 gab es die erste Fabrik, die Textilien aus dieser Kunstseide herstellte.

Verwendung von Acetat als Ersatz für Seide

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde schließlich Acetat als Ersatz für diesen teuren Stoff verwendet um zum Beispiel Seidenstrümpfe herzustellen. Allerdings währte dieser Trend nicht lange, diese Strümpfe nach einigen Malen Tragen und Waschen ihre Form und ihre Haptik veränderten. Dann bilden diese Strümpfe zum Beispiel gerade im Bereich der Knöchel ungewollte und unästhetische Falten. Des Weiteren ist diese Kunstseide sehr brüchig, wenn sie nass wird. Was sie unheimlich schlecht waschen und anschließend wieder trocknen lässt.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Acetat und Seide

Echte Seide wird aus Kokons gewonnen.

Echte Seide wird aus Kokons gewonnen.

Die Kunstseide besteht chemisch gesehen aus Polyascchariden (Mehrfachzuckern), eben aus Cellulose. Echt Seide hingegen besteht aus den Proteinen von Seidenkokons. Genau dieser Unterschied zwischen der Cellulose (Kohlenhydraten) und den Proteinen der Kokons, bringt auch den Unterschied in der Textilindustrie. Denn der echte Stoff ist durch seine einzigartige Struktur sehr widerstandsfähig. Polysaccharide jedoch nicht. Sie reagieren auf Dauer anfällig gegenüber Wasser und auch auf Körperwärme. Um Beispielsweise 250 Gramm Seidenfäden herzustellen benötigt man etwa 1 Kilogramm Kokons.
Die einfachste Möglichkeit Kunstseide aus Acetat von richtiger Seide zu unterscheiden, ist eine Brennprobe, denn reine Seide riecht, wenn die verbrennt, wie verbranntes Horn. Die Kunstseide aus Acetat riecht hingegegen wie verbranntes Papier.
Des Weiteren lässt sich Schmutz (z.B. bei Teppichen) aus Kunstseide nicht so schnell wieder entfernen. Durch die unterschiedliche chemische Struktur lässt sich Schmutz aus dem echten Stoff viel leichter entfernen.

Fazit

Letztendlich lässt sich sagen, dass die Erfindung von Kunstseide eine große Erfindung ist. Gerade um etwas optisch an echt Seide anzugleichen. Qualitativ gesehen lässt sich echt Seide mit unseren heutigen Mitteln nicht nachstellen.

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